Hildesheim, 10. Januar 2019

Blumen zur Begrüßung. Ein schöner Strauß, mit dem wir später Antonia eine Freude machen können, unserer Gastgeberin, und der jetzt ein wenig Farbe in den Raum bringt. Auf dem Weg in die Volkshochschule sind wir am Dom vorbeigekommen. Die Glocken waren so laut, dass man sein eigenes Wort nicht verstanden hat. Ein Zeichen, gewiss. In Hildesheim hat der Herr das Sagen. Noch.

In dieser Stadt ist Reimar Heider aufgewachsen, Öcalan-Übersetzer und Motor der Initiative Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden in Kurdistan. Heider hat uns vom bischöflichen Gymnasium erzählt, von Lehrern, bei denen es selbst das Wort konservativ nicht trifft, und von seinem Erweckungs-Erlebnis, Anfang der 1990er Jahre im Osten der Türkei. NVA-Panzer auf den Straßen. Und daheim in den Medien kein Wort. Aus dem Katholiken Reimar Heider wurde so kein Arzt, sondern ein Aktivist.

Nun also die Volkshochschule. Für uns eine Premiere. Ein riesiger Saal mit einer noch größeren Leinwand und mehr als 60 Menschen im Publikum. Danke, Donald Trump, möchte man fast sagen, wenn das nicht makaber wäre. Das Thema Kurdistan zieht wieder seit jenem Tweet vom 19. Dezember, mit dem der Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt wurde. Die Leute sind fleißig und sehen ihre Tagesschau. Was wird jetzt aus Assad? Können die Kurdinnen und Kurden mit ihm gemeinsame Sache machen? Wie würden wir, Schamberger und Meyen, die Konflikte dort nun lösen?

Ganz ähnlich hat das vorher Thomas Muntschick gefragt. Unser Buch auf dem Tisch des Außenministers. Durch die Brust aufs Auge, sagt Muntschick. Was macht der Maas damit? Wer wissen möchte, was wir dazu gesagt haben (und, ganz nebenbei, einen echten Profi am Reportermikrofon erleben will), hört am nächsten Freitag (18. Januar) um 10 Uhr („nach dem Morgenmagazin“) einfach bei Radio Tonkuhle rein. 30 Minuten O-Ton im „Forum“ dieses Bürgerradios. Die Woche drauf dann auch hier auf dieser Seite, unter Updates.

Radiointerview und Lesung hat Aljoscha Paulus organisiert. Nach Leipzig (seinerzeit mit Uwe Krüger) die zweite Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Kritische Kommunikationswissenschaft. Schön, dass es das gibt.