Trier, 28. März 2019

Nun sind wir also bei Karl Marx. Das erste Exemplar des Buchs haben wir im September mit nach Peking genommen. Jetzt liegt das gute Stück dem Riesen im Herzen von Trier zu Füßen, nur für ein Foto natürlich. Die Statue kommt aus China und gefällt längst nicht jedem in der Stadt. Manche mögen auch einfach die Spender nicht.

Man kann diesen Streit durchaus als Parabel lesen. Wo hat man das schon, dass alles rundherum zusammenpasst? Idee, Mensch, Freunde und Unterstützer dieses Menschen, sein privates und sein öffentliches Tun? Vielleicht war dieser Marx ein Heiliger oder ließ sich zumindest später dazu machen. Sonst bekommt man nicht so einen Klotz in der eigenen Geburtsstadt.

Was das alles mit unserer Lesung in der Volkshochschule zu tun hat? Es gab Störfeuer, wieder einmal. Die Antifa in Braunschweig, ihre Freunde in Marburg. Liebe Leute in Trier. Wisst ihr eigentlich, wen ihr euch da eingeladen habt?

Man könnte darüber lachen, wenn es bei den Gastgebern vor Ort nicht doch etwas auslösen würde. Markus von der AG Frieden zum Beispiel mag Ken Jebsen nicht. Eine alte Geschichte, aus lokalen Kämpfen. Markus mag deshalb nicht, dass ihn Menschen anpissen, mit denen er morgen oder übermorgen wieder zusammenarbeiten will. Wegen sowas. Da sind die Gäste aus der Ferne egal. Da hätte man vermutlich auch die Veranstaltung zu den Kurdinnen lieber gelassen. Nicht dass am Ende noch etwas hängenbleibt. Wegen sowas.

Die Lesung selbst ist dann super. 50 Menschen, von denen viele noch nie an diesem Ort waren. Ich kenne mein Publikum, sagt der Moderator von der VHS. Trier ist eine kleine Stadt. Ein paar Anarchisten sind da, die mehr zu Rojava wissen wollen. Es wird nach den Fahnen von YPG und YPJ gefragt, die die deutsche Justiz auf Trab halten, in dem einen Bundesland mehr, in dem anderen etwas weniger. Es geht um Rüstungsindustrie und Rüstungsexporte. Überhaupt um Militär. Rheinland-Pfalz ist der größte Flugzeugträger außerhalb der USA, sagt Markus. Karl Marx steht hier schon am richtigen Ort. Und unser Buch hat er jetzt auch gesehen.