Saarbrücken, 29. März 2019

Die DKP im Saarland, nun ja. Was soll man sagen. Thomas, der Bezirksvorsitzende, sagt gleich zu Beginn, dass er sich ärgert, uns eingeladen zu haben. Er sagt das nicht ganz so, natürlich nicht. Unhöflich ist es trotzdem, mindestens.

Eine Erklärung, vom Blatt abgelesen. Erstens, zweitens. Wir und BDS, die Boykottkampagne gegen israelische Besatzungspolitik. Und Auftritte auf Plattformen, die Thomas und einigen seiner Genossen offenbar nicht gefallen. Rubikon, KenFM. Mag ja alles sein. Aber (erstens) stimmt das, was uns diese Erklärung unterstellt, so nicht, und (zweitens) hat es nichts mit dem Thema des Abends zu tun. Was mögen (zum Beispiel) die Kurdinnen denken, die in das Filmhaus gekommen sind? Vermutlich: Die spinnen, die Deutschen. Haben immer noch nicht verstanden, dass die Zeit der Erklärungen vorbei ist und auch die von Menschen, die ihre ganz persönlichen Kämpfe und Befindlichkeiten über die Sache stellen, um die es gerade geht. Von den Kurdinnen lernen, heißt vor allem: Toleranz und Offenheit lernen.

Und vielleicht auch Gastfreundschaft. Dass muss man erstmal bringen: zwei Referenten aus München einladen und dann die Augenbrauen hochziehen, wenn die Gäste sagen, dass die Fahrkarten (insgesamt) 70 Euro gekostet haben (kein Tippfehler). Die 60 Menschen im vollen Kinosaal haben nicht wenig gespendet (für Aktivistinnen, die in Deutschland verurteilt werden, weil sie solidarisch mit der kurdischen Freiheitsbewegung sind), und alle Bücher sind verkauft. Aber die Finanzierung von Veranstaltungen ist vielleicht nicht das größte Problem, dass die DKP im Saarland hat.

Wir wollen nicht ungerecht sein. Der Raum war wirklich schön (für uns eine Premiere: Lesung im Kino) und die Diskussion gut. Es geht um den Faschismusbegriff, um das Bildungskonzept für Rojava, um die Kommunalwahlen in der Türkei. Und Volker, bei dem wir wohnen dürfen, hat uns mehr als freundlich aufgenommen und in neue Welten eingeführt. Die Geschichte des Saarlandes, Schallplatten, die gewaschen werden müssen. Danke, Volker.